Im Jahr 2013 wird das Filmfördergesetz in Abstimmung mit dem BKM (Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien) überarbeitet. Die neuen Richtlinien sollen 2014 in Kraft treten. Die FFA (Filmförderungsanstalt) hat zu diesem Zweck verschiedene Institutionen der Filmbranche um Stellungnahme gebeten.
Auch VeDRA wurde aufgefordert, eine eigene Position zu formulieren. Dies hat in Abstimmung mit dem Vorstand Norbert Maass übernommen. Die Stellungnahmen der verschiedenen Verbände und Interessenvertreter, so auch die von VeDRA vom 14.01.2012 können Sie hier einsehen:
http://www.ffa.de/ > FFG und Regelungen > FFG 2014
Der 2007 aufgelegte neue »Deutsche Filmförderfonds« wird von der Branche allgemein positiv aufgenommen. Aus Sicht des Verbands deutscher Film- und Fernsehdramaturgen (VeDRA) wird der Bereich Stoffentwicklung jedoch im dazu gehörenden »Kulturellen Eigenschaftstest« (§10) nicht angemessen berücksichtigt.
Die Kritik richtet sich u.a. gegen den Kriterienkatalog, anhand dessen die kulturellen Aspekte des zur Förderung vorgelegten Projektes bewertet werden. Er sieht offensichtlich nicht vor, dass die Kosten für das entsprechende Drehbuch und seine Entwicklung mit veranschlagt werden können. Diese Einschätzung wird zudem durch die Festlegung gestützt, dass Vorkosten und Kosten für Rechte an vorbestehenden Werken nicht zuwendungsfähige Herstellungskosten sind (§14). Da ein Drehbuch aber in Bezug auf den Film nach dem Urheberrechtsgesetz ein »vorbestehendes Werk« ist, träfe also diese Einschränkung dafür ebenfalls zu.
VeDRA hat am 15.12.2006 in einem Brief an die Filmförderanstalt auf diesen aus seiner Sicht erheblichen Mangel hingewiesen. Der Verband schlägt insbesondere im Hinblick auf den §14 der Richtlinie vor, dass die Kosten für Stoffrechte, für das betreffende Drehbuch und auch für jene Honorarkosten, die zu seiner Entwicklung anfallen, als förderungsfähig eingestuft werden.
Der Deutsche Filmförderfonds setzt sich zum Ziel, »künstlerische Spielräume, die Qualität, die Attraktivität …« deutscher Kinofilme zu fördern. Es ist inzwischen unbestritten, dass die höhere Qualität der Drehbücher ein wichtiger Faktor beim zunehmenden Erfolg deutscher Filme ist. Diese Qualität ist nicht zuletzt auf die wachsende Zusammenarbeit von Autoren und Produzenten mit Filmdramaturgen, Script Consultants und Script Editoren zurückzuführen. Eine Einbeziehung der Originaldrehbücher und ihrer Entwicklung zur Drehreife entspräche folglich konsequent dem Geist und der Zielsetzung dieser Förderung.
Nach Ansicht des Verbands deutscher Film- und Fernsehdramaturgen (VeDRA) sollte dies folgerichtig in der Punktbewertung deutscher Originaldrehbücher im »Kulturellen Eigenschaftstest« (Anlage 2, Block A.1) ebenso berücksichtigt werden wie in der Punktbewertung von Filmdramaturgen, Script Consultants u.a. als »schöpferische Filmschaffende« (Anhang 1, Block A.2, Punkt 4).
VeDRA begrüßt daher, dass Christine Berg als Verantwortliche für den Filmförderfonds in ihrer Antwort auf das Schreiben des Verbandes den Vorschlag zu einem Gespräch aufgegriffen hat und zudem zusichert, dessen Anregungen bei der anstehenden weiteren inhaltlichen Arbeit an der betreffenden Richtlinie »sehr gern aufzunehmen«.
Für den Verband deutscher Film- und Fernsehdramaturgen wird die Berücksichtigung der Stoffentwicklungskosten bei der Filmförderung auch 2007 ein zentrales Anliegen bleiben.
(RO/rhl, 16.01.07)
Seit November 2006 fördert die Filmstiftung Produzenten in Nordrhein-Westfalen mit einem zusätzlichen Programm für die Stoffentwicklung. Der Verband deutscher Film- und Fernsehdramaturgen sieht sich dadurch in seinen Forderungen bestätigt und lobt die Entscheidung als wichtigen Schritt in die richtige Richtung.
Der Dramaturgenverband tritt seit jeher für verbesserte Möglichkeiten ein, Autoren und Produzenten in der für ihre Projekte entscheidenden Phase der Stoffentwicklung zu unterstützen. Mit der neuen Fördermöglichkeit legt die Filmstiftung neben der bereits bestehenden Drehbuchförderung nun ein umfassender angelegtes Programm auf, das die Anregungen des Verbandes aufgreift.
Insbesondere die Möglichkeit einer Paketförderung von bis zu fünf Projekten wird es Produzenten in Zukunft erlauben, ihr Augenmerk verstärkt auf die sorgfältige Entwicklung ihrer Projekte zu richten und sich dabei der Dramaturgen als kompetenter Partner im Team zu bedienen. Dazu hat VeDRA in Zusammenarbeit mit der Filmstiftung im Vorfeld der Planung des neuen Förderprogramms eine Liste der in NRW tätigen Dramaturginnen und Dramaturgen erstellt, wobei VeDRA-Mitglieder auch über die Suchfunktion auf der Website des Verbandes (www.dramaturgenverband.org) recherchiert werden können.
(rhl, 13.11.06)
Kompetente dramaturgische Begleitung von Autoren bei der Stoffentwicklung ist eine der Grundlagen für künstlerisch und ökonomisch erfolgreiche Filme. Eine Zusammenarbeit zwischen Dramaturgen, Autoren und Auftraggebern kann helfen, das Potenzial eines Stoffes optimal zu entfalten und Entwicklungsprozesse zu beschleunigen. Stoffentwicklung ist immer auch die Arbeit an einer gemeinsamen Vision. Daher kann sie nur als Teamarbeit zwischen Autoren, Dramaturgen und Auftraggebern erfolgreich sein. Sie sollte als solche bereits am Anfang eines Entwicklungsprozesses angestrebt und entsprechend finanziert werden.
1. Etablierung einer zielgerichteten Development-Politik
Die Stoffentwicklung muss als zentraler und ausschlaggebender Bestandteil einer erfolg- reichen Filmwirtschaft stärker ins Blickfeld der Fachöffentlichkeit treten und auch in der Filmförderung und in der Budgetierung der Fernsehanstalten wesentlich stärker berücksichtigt werden, als das bislang der Fall ist. Wir fordern daher die Filmförderungen der Länder auf, die Rahmenbedingungen für die Stoffentwicklung durch geeignete Förderinstrumente zu verbessern. Wir fordern außerdem, dramaturgisches Know-how stärker in Förderentscheidungen einzubeziehen und Dramaturgen und Stoffentwickler bei der Besetzung filmpolitischer Gremien zu berücksichtigen. Ebenso sollte der Stoffentwicklung in der Öffentlichkeitsarbeit von Filmförderern und Produzenten ein größerer Stellenwert eingeräumt werden.
2. Drehbuch- und Stoffentwicklungsförderung
Wir fordern die Anhebung der Fördermittel für Drehbuch- und Stoffentwicklung von derzeit circa zwei Prozent auf mindestens fünf Prozent des Gesamtförderetats. Innerhalb eines Produktionsbudgets sollten etwa zehn Prozent des Budgets für Development bereitgestellt werden. Wir fordern die entsprechende Anpassung der Vergaberichtlinien der Filmförderungen auf Bundes- und Landesebene.
3. Anerkennung der Arbeit von Dramaturgen
Wir fordern die Anerkennung dramaturgischer Leistungen durch angemessene Vertrags- honorare und Credits, so wie das in anderen Ländern längst üblich ist.
4. Internationalisierung
Eine Internationalisierung der Filmbranche stärkt die gesamte Branche wie auch den Development-Sektor. Wir fordern Filmförderungen und Sender auf, die Entwicklung international verwertbarer Stoffe stärker zu unterstützen. Insbesondere müssen die filmpolitischen Rahmenbedingungen für internationale Co-Produktionen vom Gesetzgeber verbessert werden.
5. Medien- und Filmerziehung
Auch im Bereich der schulischen Film- und Medienerziehung liegt Deutschland im internationalen Vergleich weit zurück. Die Vermittlung notwendiger Kenntnisse findet in der Lehrerausbildung nicht statt. Dies wurde 2004 auf dem Kongress »Kino macht Schule« nochmals deutlich, wo diese Defizite von vielen Lehrern beklagt wurden. Wir fordern die stärkere Förderung der Medien- und Filmerziehung, wo nötig unter Einbeziehung externer Fachleute aus der Medienbranche. Die Mitglieder des Dramaturgenverbandes stehen für Lehrerfortbildungen und zur Beratung bei der Gestaltung von Curricula und Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.
(2002)